Das Sportwagen-Lexikon — Launch Control & Co.
einfach erklärt.
Launch Control, Biturbo, 800 Nm, quattro — wenn du bei diesen Begriffen bisher nur genickt hast: Hier ist dein Spickzettel. Alle wichtigen Sportwagen-Begriffe, erklärt ohne Fachchinesisch. Damit du bei der nächsten Anmietung genau weißt, was unter der Haube passiert.
Launch Control — was ist das?
Launch Control ist ein Programm für den perfekten Start aus dem Stand. Statt dass du selbst Gas, Bremse und Schaltzeitpunkt jonglierst, übernimmt das Auto: Es hält die Motordrehzahl im optimalen Bereich, kontrolliert den Schlupf der Reifen (also wie stark sie durchdrehen dürfen) und beschleunigt dann so schnell, wie es die Physik erlaubt. Ohne Launch Control verschenkst du beim Start fast immer Zeit — entweder drehen die Räder durch, oder du bist zu zaghaft am Gas.
Der Ablauf ist bei den meisten Autos ähnlich: Sport-Modus rein, Traktionskontrolle in den vorgesehenen Modus, linker Fuß voll auf die Bremse, rechter Fuß Vollgas, Bremse lösen — und das Auto katapultiert sich nach vorne. Die Werksangaben für den Sprint von 0 auf 100 (z. B. die 3,6 Sekunden beim RS6) werden genau so gemessen.
Wichtig für Mieter: Launch Control bedeutet maximale Belastung für Kupplung, Getriebe und Reifen. Ob und wie du das bei einem Mietwagen nutzt, klären wir am besten gemeinsam — frag uns einfach bei der Übergabe. Dann zeigen wir dir, wie es bei deinem Auto funktioniert, und du machst nichts kaputt, was teuer wird.
Was bedeutet 0 auf 100?
„0 auf 100" ist die Zeit in Sekunden, die ein Auto braucht, um aus dem Stand auf 100 km/h zu beschleunigen. Es ist DER Standard-Vergleichswert für Beschleunigung — so wie die Quadratmeterzahl bei Wohnungen. Zur Einordnung:
- 10–12 Sekunden: normaler Kleinwagen
- 7–9 Sekunden: flotter Kompakter
- 5–6 Sekunden: sportliche Limousine
- unter 4 Sekunden: Supersportwagen-Territorium — hier drückt es dich spürbar in den Sitz
Aus unserer Flotte: Der Audi R8 V10 schafft es in 3,5 Sekunden, der RS6 in 3,6, der RS3 in 3,8, der AMG E53 in 4,5 und das M440d Cabrio in 4,9 Sekunden. Alles unter 5 Sekunden — zum Vergleich: Ein Golf braucht ungefähr doppelt so lange.
PS vs. Nm — Leistung und Drehmoment
PS (Pferdestärken)
PS misst die Leistung — vereinfacht: wie viel Arbeit der Motor pro Zeit verrichten kann. Mehr PS bedeutet vor allem mehr Topspeed und mehr Durchzug bei hohen Drehzahlen. PS ist die Zahl, mit der jeder angibt.
Nm (Newtonmeter)
Nm misst das Drehmoment — die Kraft, mit der der Motor die Räder dreht. Drehmoment ist das, was du als „Schub im Rücken" spürst, besonders beim Beschleunigen aus niedrigen Drehzahlen. Faustregel: PS entscheidet, wie schnell du oben raus bist. Nm entscheidet, wie brutal es sich anfühlt.
Deshalb fühlt sich der RS6 mit 600 PS und 800 Nm so an, als würde ihn eine unsichtbare Hand nach vorne schieben — in jedem Gang, bei jeder Drehzahl. Und deshalb ist auch das M440d Cabrio mit „nur" 340 PS kein bisschen lahm: Seine 700 Nm aus dem Diesel drücken beim Überholen ordentlich.
Quattro, xDrive & Co. — Allradantrieb
Allrad heißt: Alle vier Räder treiben das Auto an, nicht nur zwei. Der Vorteil bei viel Leistung ist enorm — die Kraft verteilt sich auf vier Kontaktpunkte statt zwei, also gibt es weniger durchdrehende Räder, mehr Traktion beim Beschleunigen und mehr Stabilität in Kurven und bei Regen.
Jeder Hersteller hat seinen eigenen Namen dafür: Bei Audi heißt es quattro (RS6, RS3, R8), bei BMW xDrive (M440d), bei Mercedes 4MATIC. Das Prinzip ist immer dasselbe. Für dich als Mieter bedeutet das: 600 PS sind mit Allrad auch bei nasser Straße beherrschbar — ein Grund, warum unsere komplette Flotte Allrad hat.
V8, V10, 5-Zylinder — Motorbauformen
V8
Acht Zylinder, in zwei Viererreihen im „V" angeordnet. Der Klassiker unter den Performance-Motoren: viel Hubraum, viel Kraft, und dieser tiefe, grollende Sound. Der RS6 fährt mit einem 4.0-Liter-V8-Biturbo.
V10
Zehn Zylinder — eine Seltenheit, die fast nur noch in Supersportwagen existiert. Ein V10 dreht extrem hoch und klingt dabei wie ein Rennwagen, weil er im Motorsport tatsächlich zu Hause ist. Der R8 hat einen 5,2-Liter-V10 — dasselbe Grundtriebwerk wie der Lamborghini Huracán.
5-Zylinder (Reihenfünfzylinder)
Fünf Zylinder in einer Reihe — Audis Spezialität und eine Rarität im Autobau. Der Reiz: ein unverwechselbarer, leicht „unrunder" Klang, den Fans sofort erkennen (Stichwort Rallye-Ära). Der RS3 holt aus seinem 2.5-Liter-Fünfzylinder 400 PS — mehr PS pro Liter Hubraum als die meisten V8.
Reihensechszylinder
Sechs Zylinder in Reihe — die Bauform, für die BMW und Mercedes berühmt sind. Läuft von Natur aus extrem geschmeidig. Steckt im AMG E53 (Benziner) und im M440d (Diesel).
Biturbo vs. Sauger — wie der Motor atmet
Turbo / Biturbo
Ein Turbolader presst zusätzliche Luft in den Motor — mehr Luft heißt mehr Kraftstoff, heißt mehr Leistung aus demselben Hubraum. Biturbo bedeutet schlicht: zwei Turbolader, was das Ansprechverhalten verbessert und noch mehr Leistung ermöglicht. Der RS6 ist das Paradebeispiel: 4 Liter Hubraum, zwei Lader, 600 PS.
Sauger (Saugmotor)
Ein Saugmotor „saugt" seine Luft selbst an — ganz ohne Lader. Nachteil: weniger Leistung pro Liter Hubraum. Vorteil: gnadenlos direktes Ansprechen aufs Gaspedal und ein Drehzahlband, das nach oben hin immer wilder wird. Genau deshalb lieben Puristen den R8 V10: Sein 5,2-Liter-Sauger reagiert auf jeden Millimeter Gaspedal sofort — kein Turboloch, keine Verzögerung, nur Sound und Schub.
Mildhybrid & EQ-Boost — Elektro-Unterstützung
Ein Mildhybrid ist kein Elektroauto und auch kein Plug-in-Hybrid — du lädst nichts an der Steckdose. Stattdessen unterstützt ein kleiner Elektromotor den Verbrenner: beim Anfahren, beim Beschleunigen und beim Überbrücken der Gedenksekunde, bis der Turbo Druck aufgebaut hat. EQ-Boost ist der Mercedes-Name für genau dieses System.
Im AMG E53 arbeitet so ein EQ-Boost-Modul mit dem 3.0-Liter-Reihensechszylinder zusammen. Ergebnis: 435 PS, die sich nahtlos und ohne Turboloch anfühlen — Elektro-Punch untenrum, Verbrenner-Power obenraus.
S tronic, Tiptronic, Steptronic — die Automatik
Alle unsere Autos sind Automatik — aber Automatik ist nicht gleich Automatik:
- S tronic (Audi, z. B. im R8): ein Doppelkupplungsgetriebe. Zwei Kupplungen arbeiten parallel — während ein Gang fährt, liegt der nächste schon bereit. Schaltzeiten im Millisekundenbereich, ohne Zugkraftunterbrechung. Das schnellste Schalterlebnis.
- Tiptronic (Audi, z. B. im RS6): eine klassische Wandlerautomatik mit manueller Schaltoption über Schaltwippen am Lenkrad. Butterweich im Alltag, blitzschnell im Sport-Modus.
- Steptronic (BMW, z. B. im M440d): BMWs Pendant zur Tiptronic — Wandlerautomatik mit Schaltwippen.
Für dich heißt das: Kein Kuppeln, kein Abwürgen, kein Stress. Du kannst entspannt cruisen oder per Schaltwippe selbst die Gänge sortieren — ganz wie du willst. Deshalb sind unsere Autos auch für Fahrer perfekt, die noch nie einen Sportwagen bewegt haben.
Kurz-Glossar: Die restlichen Buzzwords
- Drehzahl (U/min): Wie oft sich die Kurbelwelle pro Minute dreht. Hohe Drehzahl = mehr Leistung, mehr Sound.
- Turboloch: Die kurze Verzögerung, bis ein Turbolader Druck aufgebaut hat. Moderne Biturbos und Mildhybride kaschieren es fast komplett.
- Traktion: Wie gut die Reifen die Kraft auf die Straße bringen. Allrad = mehr Traktion.
- Schaltwippen: Die Hebel hinter dem Lenkrad, mit denen du bei der Automatik manuell hoch- und runterschalten kannst.
- Sport-Modus: Schärft Gasannahme, Schaltzeitpunkte, Lenkung und (je nach Auto) den Klappenauspuff. Ein Knopf, anderes Auto.
- Hubraum: Das Gesamtvolumen aller Zylinder, angegeben in Litern (z. B. „4.0"). Mehr Hubraum = mehr Luft und Kraftstoff pro Umdrehung.
Theorie ist gut. Aber wie sich 800 Nm wirklich anfühlen, versteht man erst auf dem Fahrersitz.
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